„Zweimal ist Tradition“, heißt es am Niederrhein. So gesehen kommt dem erneuten Erfolg beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht am 24.02.2015 im Seidenweberhaus in Krefeld eine besondere Bedeutung zu. Bereits im letzten Jahr war Daniel Gründemann erfolgreich, in diesem Jahr konnte er zusammen mit Aileen Grabowski erneut den zweiten Preis, der mit 60,- € dotiert ist, abräumen. Neben einer ausgezeichneten Präsentation ließ sich die Jury auch von der Qualität der Arbeit und dem profunden Wissen der Gymnasiasten vom BK Kleve überzeugen.

Glyphosat wird im Urin von 70% der Bevölkerung nachgewiesen. Aileen und Daniel haben die letztjährige Arbeit fortgesetzt und jetzt den Nachweis erbracht, dass dieses Pflanzenvernichtungsmittel genauso ins Grundwasser gelangen kann wie die zweiwertigen Metalle, mit denen Glyphosat Chelatkomplexe bildet.

Nach Aussage der Umweltbetriebe Kleve können solche Stoffe nicht geklärt werden, sie bleiben also im Wasser. Damit ist ein möglicher Weg aufgezeigt, wie dieser Stoff seinen Weg in unseren Körper findet und die gängige Lehrmeinung widerlegt, dass das Mittel im Boden vollständig durch Bakterien abgebaut wird. Beunruhigend ist auch, dass giftige zweiwertige Schwermetalle wie Blei auf diese Weise ins Grundwasser geschwemmt werden können.

Der Nachweis gelang mit Hilfe moderner Verfahren der analytischen Chemie. An der Radboud Universiteit, Nijmegen, der Partneruniversität der Gymnasien für Ernährung und Gesundheit am Berufskolleg Kleve, wurden ICP-Massenspektroskopien angefertigt. Bei der Firma FLUXANA GmbH & Co. KG in Bedburg-Hau konnten Aileen und Daniel mit Unterstützung vom Geschäftsführer  Dr. Rainer Schramm und der Laborleiterin Dr. Barbara Schäfer Röntgenfuoreszenzanalysen durchführen. Auch die Tatsache, dass die Gymnasiasten Kooperationen außerhalb der Schule genutzt haben, hat die Jury beeindruckt.

Obwohl in der Kategorie „Geo- und Raumwissenschaften“ gemeldet – schließlich ging es im Kern um ein ökologisches Thema – wurden die Teilnehmer vom BK von der Jury in die Kategorie „Chemie“ versetzt. Dort war die Konkurrenz ungleich größer. Letztlich setzten sich Aileen und Daniel gegen 111 weitere Teilnehmer allein in dieser Sparte durch. Der Regionalwettbewerb Krefeld war mit insgesamt 205 Projekten und über 500 Teilnehmern der größte in Deutschland. Das Seidenweberhaus bot nicht genügend Platz, der Fachbereich Technik musste im angrenzenden Theater antreten.

Willkommen!

Slider